District Treis
Gedächtniskapelle St. Katharina
Der gerettete Chor einer 500 Jahre alten Kirche – heute an das Treiser Rathaus angebaut.
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Eine Kirche in Treis wird bereits 1353 erwähnt, damals noch unter dem Patrozinium des hl. Kastor. Die heutige Kapelle ist der erhaltene Chor dieser Kirche: Als 1830 die neue Pfarrkirche St. Johannes der Täufer geweiht wurde, verlor der spätgotische Bau seine Funktion als Pfarrkirche und wurde 1945 in den letzten Kriegstagen größtenteils zerstört – nur der Chor blieb, seit rund 1880 als Gedächtniskapelle an das Rathaus angebaut.
Der einst nahezu quadratische, dreischiffige Hallenbau stammt vor allem aus dem 15. Jahrhundert und wurde maßgeblich von der Adelsfamilie von Pyrmont gefördert. Um 1690 wechselte das Patrozinium von St. Kastor zu St. Katharina. Im Innern trägt der Chor ein prächtiges Netzgewölbe mit figürlichen Schlusssteinen, Engelsköpfen und Prophetendarstellungen sowie eine erhaltene Sakramentsnische mit dem Wappen Pyrmont-Ehrenberg. Drei Bleiglasfenster von Josef Machhaus (Koblenz, 1887) zeigen unter anderem die Enthauptung der hl. Katharina; an der Rückwand hängen drei große Gemälde mit Mariendarstellung, dem Martyrium des hl. Sebastian und dem Jüngsten Gericht.